Es war eine dieser Website-Analysen die ich nie vergessen werde. Eine wunderschön gestaltete Seite – professionelle Fotos, stimmige Farben, ein paar nette Effekte und Standardtexte. Alles da. Ich scrolle durch, nicke anerkennend – und dann kommt der Moment.
„Wo san denn do die Kneeepf??"
Keine Buttons. Kein „Jetzt anfragen". Kein „Termin vereinbaren". Kein „Ruf uns an". Nichts. Die Seite hatte keinen einzigen Call-to-Action. Und das bei einer Website die den Kunden €12.000 gekostet hatte.
Was ist eigentlich ein CTA?
CTA steht für Call-to-Action – auf Deutsch: "Ich lade dich ein, jetzt was zu tun." - Auf einer Website bedeutet das auch "Klick jetzt bitte." Es ist der Moment auf deiner Website wo du dem Besucher sagst was er als nächstes tun soll.
Klingt simpel. Ist es auch. Und wird trotzdem auf erschreckend vielen Websites ignoriert.
Beispiele für CTAs:
- „Jetzt kostenloses Erstgespräch vereinbaren"
- „Angebot anfordern"
- „Ruf uns an"
- „Mehr erfahren"
- „Jetzt bestellen"
Der entscheidende Punkt: Ein CTA sagt dem Besucher nicht nur was er tun soll – sondern macht es ihm auch so einfach wie möglich es zu tun.
Warum fehlt der CTA doch relativ häufig auf Websites?
Das ist eine Frage die ich mir lange gestellt habe. Und ich glaube die Antwort ist ernüchternd simpel:
Weil viele Webdesigner Websites für sich selbst bauen – nicht für die Kunden ihres Kunden.
Sie denken an Ästhetik, an Gestaltung, an technische Umsetzung. Da ein Special-Effekt, da ein Hintergrund, da das und das Bild. Aber sie denken nicht daran was passiert wenn ein echter Mensch – müde nach der Arbeit, am Smartphone, mit drei offenen Tabs – auf diese Seite kommt.
Dieser Mensch will nicht suchen. Er will geführt werden.
Die €12.000 Lektion
Zurück zu meiner Analyse. Die Website war wirklich schön. Der Kunde hatte viel Geld investiert – und das war ihm auch anzumerken. Aber es gab keinen einzigen Punkt wo der Besucher wusste was er tun sollte.
Kein Button oben. Kein Button in der Mitte. Kein Button unten. Nur Text. Nur Bilder. Und ganz unten, fast versteckt, eine kleine Zeile: „Kontakt: office@..."
Das ist kein Call-to-Action. Das ist ein Flüstern in einem leeren Raum.
Das Ergebnis? Der Kunde hatte seit Monaten keine Anfragen über die Website. Dabei hatte er eine solide Zielgruppe, ein gutes Angebot und eine wirklich ansprechende Seite.
Der einzige Fehler: Er hat seinen Besuchern nie gesagt was sie tun sollen.
Wie viele CTAs braucht eine Website?
Mehr als du denkst. Und an anderen Stellen als du glaubst.
Eine gute Faustregel: Auf jeder Seite sollte mindestens ein CTA sichtbar sein – ohne scrollen. Das bedeutet:
- Ein Button im Hero-Bereich ganz oben
- Ein Button nach dem ersten Textblock
- Ein Button am Ende der Seite
- Ein Button in der Navigation – immer sichtbar
Das klingt nach viel. Ist es nicht. Der Besucher scrollt unterschiedlich weit – manche entscheiden nach drei Sekunden, manche lesen alles. Beide sollen die Möglichkeit haben direkt zu handeln.
Was macht einen guten CTA aus?
Er ist konkret. „Jetzt anfragen" ist besser als „Kontakt". „Kostenloses Erstgespräch vereinbaren" ist besser als „Mehr erfahren". Je klarer der nächste Schritt, desto eher wird er gemacht.
Er ist sichtbar. Ein grauer Button auf weißem Hintergrund ist kein CTA – das ist Tarnung. 😂 Der Button muss sich abheben. Er darf auffallen. Er soll auffallen.
Er ist relevant. Ein CTA am Ende eines Blogbeitrags über SEO sollte nicht „Jetzt Produkt kaufen" sagen. Er sollte da anknüpfen wo der Leser gerade ist – zum Beispiel: „Du willst wissen wie deine Website bei Google abschneidet? Ich schau mir das an."
Er nimmt die Hürde. „Kostenlos", „unverbindlich", „in 60 Sekunden" – solche Zusätze senken die Hemmschwelle. Der Besucher soll das Gefühl haben: Das kann ich riskieren.
Tante Mitzi und die stille Website
Eine Website ohne CTA ist wie ein Geschäft ohne Kasse. Die Leute schauen rein, finden es superschön – ABER gehen wieder. Weil niemand gefragt hat ob sie etwas kaufen möchten.
Tante Mitzi schaut trotzdem vorbei. Sie findet es hübsch. Sie sagt es beim nächsten Kaffeekränzchen weiter.
Aber sie kauft nicht. Und ihre Freundinnen auch nicht. Weil niemand sie gefragt hat.
Das geb ich dir heute mit
Ein CTA, ein "Kneepfle" oder ein Button - wie immer du das gerne betiteln magst - ist keine optionale Dekoration. Er ist das digitale Äquivalent zur Frage: „Kann ich Ihnen/dir helfen?" oder auch "Ich lade dich ein - hier entlang bitte."
Wer diese Frage nicht stellt, bekommt auch keine Antwort.
Schau dir jetzt – wirklich jetzt – deine Website an. Siehst du auf Anhieb wo du klicken sollst? Weißt du sofort was der nächste Schritt ist?
Wenn nicht, weißt du wo du anfangen kannst. 😉
Ich lade dich ein 😉 - Wenn du dich fragst "Wo san denn do die Kneeepf??" - und du dir bei deiner Website nicht sicher bist ob die Antwort darauf eindeutig ist, schau ich mir das gerne an. Ehrlich, direkt und ohne Umschweife.