Ich sag es gleich zu Beginn: Ich bin fast nie glücklich mit meinen Fotos. Ich schau sie an, find mal das, mal jenes nicht ideal – und dann denke ich: naja, hätte ich vielleicht doch einen Profi nehmen sollen.
Und dann hab ich mich einfach "nix gschissn" und meinen Sohnemann zwangsverpflichtet "Mach amal einen Tschipl Fotos..." Mit dem Smartphone. Nicht retuschiert. Nicht perfekt ausgeleuchtet. Nicht inszeniert.
Und weißt du was? Sie funktionieren. Sie gefallen mir. Weil sie echt sind.
Warum sich fast jeder unwohl fühlt - und warum das normal ist
Kaum jemand mag Fotos von sich selbst. Das ist keine Schwäche – das ist Biologie. Wir sehen uns selbst täglich im Spiegel, aber nie so wie andere uns sehen. Die Kamera zeigt uns von außen – und das fühlt sich seltsam an.
Dazu kommt der innere Kritiker der sofort aufzeigt: die Haare, der Winkel, das Licht, die Falten (😅😱), die Haltung.
Ich kenne das. Du kennst das. Fast jeder kennt das.
Und trotzdem – oder vielleicht genau deshalb – sind echte Fotos von dir so wichtig.
Was echte Fotos auf deiner Website bewirken
Deine Website ist dein digitales Zuhause. Und wenn jemand dort anklopft, will er wissen wer die Tür aufmacht.
Ein Stockfoto von einem lächelnden Fremden beantwortet diese Frage nicht. Es sagt: Hier ist niemand. Hier ist eine Hülle.
Dein echtes Gesicht sagt: Hier bin ich. Ich bin real. Du kannst mich anrufen. Du kannst mit mir reden.
Das klingt nach wenig. In der Realität ist es der Unterschied zwischen Vertrauen und Gleichgültigkeit.
Menschen kaufen von Menschen. Nicht von Logos. Nicht von Stockfotos. Von echten Menschen mit echten Gesichtern und echten Geschichten.
Unperfekt ist für den Start oft die perfekte Wahl
Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich sagen: Profifotografen leisten wunderbare Arbeit. Schöne, durchdachte, stimmungsvolle Bilder die eine Marke wirklich zum Leben erwecken. Das hat seinen Wert – und den spreche ich niemanden ab.
Aber.
Viele warten auf die perfekten Fotos. Auf den richtigen Termin beim Fotografen. Auf das perfekte Outfit. Auf den perfekten Tag. Und in der Zwischenzeit? Bleibt die Website leer. Oder wird mit Stockfotos gefüllt die niemanden ansprechen.
Unperfekt und echt schlägt perfekt und seelenlos. Immer.
Ein Smartphone-Foto von dir in deinem echten Arbeitsumfeld – an deinem Schreibtisch, in deiner Werkstatt, bei der Arbeit – sagt mehr über dich als das gestylteste Studiofoto eines Fremden.
Fang an. Mit dem was du hast. Und ersetze es später durch besseres wenn du bereit bist. Aber fang an.
Wie sagt man so schön auf Kärntnerisch: Nix scheißn. 😄
Was viele vergessen: Fotos sind auch SEO
Und jetzt kommt der Teil den die meisten komplett ignorieren - obwohl er so einfach ist.
Dateinamen
Wie heißt dein Foto wenn du es von der Kamera oder dem Smartphone ziehst? Wahrscheinlich so etwas wie „IMG_4892.jpg" oder „DSC_0047.jpg". Das sagt Google exakt gar nichts.
Benenn deine Fotos bevor du sie hochlädst. Konkret, beschreibend, mit deinen Keywords:
- Statt IMG_4892.jpg → maria-laessig-webdesignerin-kaernten.jpg
- Statt DSC_0047.jpg → webdesign-beratung-klagenfurt.jpg
Das klingt nach einer Kleinigkeit. Für Google ist es ein klares Signal worum es auf dieser Seite geht.
Alternativtexte
Jedes Bild auf deiner Website sollte einen Alternativtext haben – auch „Alt-Tag" genannt. Das ist eine kurze Beschreibung des Bildinhalts die im Code hinterlegt wird.
Warum ist das wichtig?
Erstens für Google und zweitens für die Barrierefreiheit: Menschen die blind oder sehbeeinträchtigt sind nutzen Screenreader – Programme die Websiteinhalte vorlesen. Ohne Alternativtext hören sie nur „Bild" – ohne jede Information was zu sehen wäre.
Ein guter Alternativtext ist kurz, beschreibend und enthält wo sinnvoll ein Keyword:
Schlecht: „Bild1" oder gar nichts
Besser: „Frau am Laptop"
Gut: „Maria Lässig, Webdesignerin aus Kärnten, beim Arbeiten am Laptop"
Barrierefreiheit – kein Nice-to-have mehr
Das Thema Barrierefreiheit wird in Österreich und der EU zunehmend ernst genommen. Seit dem European Accessibility Act 2025 gelten für viele Websites neue Anforderungen. Alternativtexte sind dabei nur ein Baustein – aber ein wichtiger.
Eine barrierefreie Website ist nicht nur rechtlich sicherer. Sie ist auch nutzerfreundlicher für alle – und wird von Google als qualitativ hochwertiger bewertet.
Die kurze Checkliste für deine Fotos
Bevor du ein Bild auf deine Website lädst – kurz durchgehen:
✓ Ist das Foto aussagekräftig und authentisch?
✓ Ist der Dateiname beschreibend – keine Nummernkombinationen?
✓ Hast du einen Alternativtext hinterlegt?
✓ Ist das Bild für das Web optimiert – also nicht zu groß in der Dateigröße?
✓ Zeigt das Bild dich, deine Arbeit oder dein Umfeld – statt eines Stockfoto-Fremden?
Nimm das heute für dich mit
Du musst kein Model sein. Du musst kein Profifoto haben. Du musst nur anfangen.
Ein echtes Foto von dir – auch wenn es nicht perfekt ist – baut mehr Vertrauen auf als hundert makellose Stockbilder. Dein Gesicht, dein Lächeln, dein echtes Arbeitsumfeld – das ist es was deine Besucher überzeugt.
Und während du dabei bist: benenn deine Bilder richtig, schreib einen Alternativtext – und tu damit gleichzeitig etwas für deine Sichtbarkeit bei Google und für Menschen die deine Website mit einem Screenreader nutzen.
Nix scheißn. Einfach machen. 😄
Du willst wissen ob die Bilder auf deiner Website wirklich funktionieren – technisch und menschlich? Ich schau mir das an.