Website für €6.000 – gut gemeint, aber schlecht gemacht. Was KI-Texte, schlechte Mobilansicht und fehlende Zielgruppe wirklich kosten.

Es war einer dieser Anrufe die mich gleichzeitig sprachlos und gesprächig machen. Sprachlos wegen dem was ich gehört und später gesehen habe. Gesprächig weil ich genau das seit Jahren sage – und weil es immer wieder passiert.

Eine Website aus der Kreativbranche. Professionell fotografiert, liebevoll gestaltet – auf den ersten Blick durchaus ansprechend. Und dann fängt man an zu lesen. Und zu scrollen. Und zu suchen.

Der Preis für dieses Projekt: rund €6.000.

Was ich dort gefunden habe

Ich sage es direkt – denn genau das ist mein Job.

KI-Texte die klingen als hätte niemand mitgedacht

Kennst du dieses Gefühl wenn du einen Text liest und nach drei Sätzen nicht mehr weißt was du gerade gelesen hast? Glatt. Professionell. Und vollkommen nichtssagend.

„Mit Leidenschaft, Präzision und einem Gespür für das Besondere ... blablabla"

Das könnte ein Hochzeitsplaner sein. Oder ein Fotograf. Oder ein Kuchenbäcker. Oder ein Hundefriseur.

Das ist KI-Gewäsch. Texte die niemanden ansprechen weil sie für alle geschrieben wurden – und damit für niemanden wirklich passen.

KI kann Texte formulieren. Was sie nicht kann: wissen wer deine Kunden sind, was sie nachts beschäftigt, welche Sprache sie sprechen und warum sie genau bei dir anfragen sollen und nicht beim Mitbewerber zwei Klicks weiter.

Das ist kein Problem der KI. Das ist ein Problem wenn jemand KI als Abkürzung benutzt statt als Werkzeug.

Keine Zielgruppe – also alle – also niemand

Wer ist die Zielgruppe dieser Website? Alle die irgendwas mit dem Thema zu tun haben könnten. Jung, alt, Budget klein, Budget groß, Privatperson, Unternehmen.

Ich habe mir die Texte, die Bilder und die Struktur genau angeschaut. Nirgendwo ein klares Signal: Das hier ist für dich. Genau dich. Und hier ist warum.

Das ist das Gegenteil von Zielgruppenansprache. Und es ist teuer – nicht im Sinne von Geld, sondern im Sinne von verpassten Anfragen. Wer sich nicht angesprochen fühlt, geht. Ohne zu fragen. Ohne Spur zu hinterlassen.

Die mobile Optimierung – und das ist freundlich ausgedrückt

Jetzt wird es ernst. Denn das war nicht einfach „nicht perfekt". Das war richtig schlecht. (da hätten wir es wieder... das Häufchen... 💩)

Texte die über den Bildschirmrand hinausragen. Buttons die man nicht anklicken kann weil sie zu klein oder falsch positioniert sind. Abstände die auf dem Smartphone aussehen als wäre die Seite zusammengequetscht worden wie ein nasses Handtuch.

Und das ist kein Kavaliersdelikt.

Über 60% aller Website-Besuche passieren heute vom Smartphone. Bei manchen Branchen – gerade in der Kreativbranche wo Inspiration spontan kommt, beim Scrollen auf dem Sofa, nach einem langen Tag – sind es noch mehr.

Was passiert wenn jemand auf dem Smartphone auf eine Seite kommt die dort nicht funktioniert? Er geht. Sofort. Ohne zurückzuschauen.

Google weiß das übrigens auch. Mobile Optimierung ist ein direkter Rankingfaktor. Eine Seite die auf dem Smartphone nicht funktioniert wird von Google schlechter bewertet – egal wie schön sie am Desktop aussieht.

€6.000 für eine Website die mehr als die Hälfte aller Besucher sofort wieder verliert. Das ist kein Design. Das ist eine Einladung zur Konkurrenz zu switchen.

Datenschutz – das ungeliebte Pflichtprogramm

Ich schaue mir bei jeder Website-Analyse auch das Rechtliche an. Datenschutzerklärung, Impressum, Cookie-Banner.

Bei dieser Seite: eine Datenschutzerklärung die offensichtlich aus einem deutschen Generator stammt, für österreichisches Recht nicht passt und Dienste auflistet die auf der Website gar nicht eingebunden sind. Dafür fehlen Hinweise auf Dienste die tatsächlich laufen.

Das ist kein Kleingedrucktes-Problem. In Österreich kann das teuer werden – Abmahnungen, Beschwerden bei der Datenschutzbehörde, im schlimmsten Fall Strafen.

Und es ist so einfach zu vermeiden.

Die Moral von der Geschichte

Ich erzähle das nicht um jemanden schlechtzumachen. Ich erzähle es weil es kein Einzelfall ist.

Es gibt Webdesigner und Agenturen die richtig gute Arbeit leisten. Und es gibt welche die schnell etwas zusammenklicken, KI-Texte einfügen, ein hübsches Theme draufwerfen – und dann eine Rechnung schicken die sich gwaschn hat.

Der Kunde sieht eine schöne Website. Er weiß nicht was fehlt. Er weiß nicht dass die Texte niemanden ansprechen. Er weiß nicht dass die Hälfte seiner Besucher auf dem Smartphone sofort wieder geht. Er weiß nicht dass seine Datenschutzerklärung ein rechtliches Risiko ist.

Er weiß nur dass er €6.000 bezahlt hat und kaum Anfragen bekommt.

Was eine Website wirklich leisten muss

Eine gute Website ist nicht schön. Sie ist schön UND funktioniert. Sie spricht eine klare Zielgruppe an. Sie lädt schnell und sieht auf jedem Gerät gut aus. Sie hat Texte die von echten Menschen für echte Menschen geschrieben wurden. Sie ist rechtlich sauber. Und sie hat klare Handlungsaufforderungen die dem Besucher sagen was er als nächstes tun soll.

Das ist keine Raketenwissenschaft. Aber es braucht jemanden der das weiß – und der es umsetzt.

KI ist ein Werkzeug. In den richtigen Händen ein sehr gutes. Als Abkürzung für echte Arbeit – ein teurer Irrtum.

Du fragst dich ob deine Website wirklich das tut was sie soll – oder ob du gerade einer dieser Fälle bist? Ich schau mir das an. Ehrlich, direkt und du hast danach in jedem Fall ein gutes, sicheres Gefühl.